Do

16

Sep

2010

Wenig besitzen - leichter leben

Vor ein paar Tagen habe ich den Blogbeitrag von imgriff.com über den Extrem-Minimalisten Kelly Sutton gelesen. Es geht dabei um den "Cult of Less" den Kult der wenigen Besitztümer (diese Übersetzung habe ich für mich gewählt, da der Begriff "Minimalismus" zu sehr nach Entbehrung klingt). Diesen Lebensstil führt der 22 Jährige. Kelly besitzt kaum physische Güter, da sein Notebook, sein iPad sein Kindle und zwei externe Festplatten es ihm ermöglichen, viele seiner ehemals physischen Besitztümer in digitaler Form bei sich zu haben.

 

Als ich diesen Artikel gelesen habe, habe ich mal nachgedacht, wie das eigentlich bei mir ist. In diesem Artikel stelle ich dar, wie es bei mir ist und gebe Tipps, wie man die Anzahl physischer Güter ohne Entbehrungen gering halten kann.

 

Ich habe mich in den letzten Jahren von vielen meiner physischen Besitztümer getrennt, da ich einen digitalen Ersatz gefunden habe. Fernseher und DVD-Player wurden ersetzt durch mein Notebook. last.fm und andere On-Demand oder Streamingangebote aus dem internet ersetzen meine Musikanlage (=Verstärker, Tapedeck ,Plattenspieler,CD-Player ,Tuner). Meine CD Sammlung habe ich seit Monaten - wenn nicht Jahren - nicht mehr angefasst. Zur Zeit wandele ich alle CDs in mp3s um. Fotos vom Urlaub oder der letzten Party wandern nicht mehr in einen Schuhkarton sondern auf die Festplatte meines Notebooks und zusätzlich auf den Online-Speicher. Notizen mache ich mir nicht mehr auf einem Collegeblock, der dann im Regal verstaubt, sondern mit einem digitalen Stift (Livescribe Pulse Smartpen 4GB EFIGS). Mein Festnetz-Telefon habe ich zusammen mit dem Faxgerät bei ebay verkauft und durch ein iPhone und den Onlinedienst Fax.de ersetzt.

 

Ich nutze allerdings nicht nur digitale Möglichkeiten um physische Güter zu ersetzen. Ein Auto ersetze ich durch meine Mitgliedschaft bei einem Car-Sharing-Unternehmen (siehe BlogArtikel Geld sparen Teil 1) ein Fahrrad ersetze ich durch Call-a-Bike. Wenn ich noch so jung wäre wie Kelly und Student, würde ich wahrscheinlich auch keinen Umzug mehr mit meinen eigenen Möbeln machen, sondern für ein paar Monate oder ein paar Jahre eine möblierte Wohnung mieten.

 

Auf der Seite frents.com kann man Dinge von Privatpersonen leihen und so auf deren Kauf verzichten. Vom Buch über Elektro-Skateboards bis hin zum amerikanischen Schulbus kann man hier alles Mögliche leihen. Sind wir doch mal ganz ehrlich: In vielen Fällen reichen ein oder mehrere Tage, bis solche Dinge ihren Reiz verloren haben.

 

Mein Gehirn - wie es der Artikel am Ende darstellt - habe ich noch nicht ersetzt. Allerdings schreibe ich fast täglich meine Gedanken, die mir z.B. beim Hundespaziergang, bei der Fahrt im Auto oder unter der Dusche in den Sinn kommen, in digitale Mindmaps.

 

Diese Beispiele zeigen, dass man durchaus viele Gegenstände durch digitale Produkte oder als Leihe ersetzen kann. Je weniger Besitztümer man hat, desto weniger Staubfänger hat man, desto weniger kann kaputt gehen, desto weniger Gedanken muss man sich um diese Dinge machen. Man ist freier und flexibler. Eine Eigenschaft, die das Dasein als Micropreneur ausmacht.

 

 

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Kommentare: 1

  • #1

    Dorina (Sonntag, 16 Januar 2011 08:07)

    Weniger Bücher - mehr Platz zu leben.
    Weniger Papier - mehr Leichtigkeit.

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