Di
25
Jan
2011
Userverhalten - Die 90-9-1-Regel
Social Media und Web 2.0 werden ja gerne als Mitmachweb tituliert. Doch wie ist es eigentlich um das Mitmachen im Web gestellt? Wenn man eine Community, eine Facebook-Seite oder ein Blog hat, stellt man sich früher oder später die Frage, was man eigentlich in Bezug auf User-generated-Content erwarten kann.
Um sich einer Antwort auf diese Frage zu nähern, lohnt ein Blick auf die 90-9-1 Regel. Die 90-9-1 Regel wurde von dem Usability-Experten Jakob Nielsen aufgestellt. Er hat die Aktivitäten von Usern in Online-Communities und Sozialen Netzwerken untersucht. Die Kernaussage:
- 90% der User konsumieren nur (Lurkers).
- 9% beteiligen sich hin und wieder (Intermittent Contributors).
- 1% beteiligen sich häufig und sind für einen Großteil der Inhalte verantwortlich (1% Heavy Contributors).
Wenn diese Regel bereits fünf Jahre alt ist (im Internet eine Ewigkeit), stellt sich natürlich die Frage, ob diese Regel auch heute, im Jahre 2011, noch aktuell ist. Bei einer Recherche habe ich diesen Blogpost gefunden. Dieser sagt aus, dass sich in den Vereinigten Staaten, dieses Verhältnis in den letzten Jahren in Richtung 75-20-5 verschoben hat.
Für Deutschland wird hier die These aufgestellt, dass die Verteilung sogar eher zugunsten einer geringeren Teilnahme ausfällt:
- 94,5% der deutschen Internetnutzer sind Lurkers
- 5% der deutschen Internetnutzer sind From-Time-to-Time-Users
- 0,5% der deutschen Internetnutzer sind Power User
Dass es zwischen Deutschland und den USA einen Unterschied gibt, kann ich mir gut vorstellen, schließlich empfinde ich die Amerikaner allgemein als deutlich mitteilungsfreudiger als die Deutschen.
Ich selbst verfüge (noch) nicht über ausreichendes Zahlenmaterial, um belastbare Aussagen zu treffen. Mein persönlicher Eindruck bestätigt allerdings die Hauptaussage. Man braucht sich ja nur mal verschiedene Facebook-Seiten anzuschauen. Da gibt es Seiten mit mehreren Tausend Freunden und nur eine handvoll Menschen kommentiert Beiträge oder erstellt sogar Eigene.
Das ist ja auch in Ordnung so, denn jeder jeck ist anders und nicht jeder hat etwas zu sagen oder möchte seine Meinung kund tun. Ehrlich gesagt, interessiert mich die genaue prozentuale Verteilung auch nicht besonders. Für mich zählt hier die Hauptaussage, dass man nur von sehr wenigen Usern eine aktive Teilnahme erwarten kann. Nichtdestotrotz ist User-generated-Content eine feine Sache, ist er doch ein Indikator für das Interesse und die Bindung der User an die Community bzw. den Blog/die Webseite und ist auch aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung nicht zu verachten.
Deshalb sollte man als Blogger/Communitymanager schon darüber nachdenken, wie man die User zu einer aktiveren Teilnahme motivieren kann. Zum Beispiel durch die Abschaffung von Barrieren (z.B. Kommentar auch ohne Anmeldung möglich) durch die Einbindung von einfachen interaktiven Elementen, in denen das Schreiben nicht im Vordergund steht (z.B. Umfragen) oder durch direkte Aufforderungen.







