Fr
04
Feb
2011
Unter die Lupe genommen: Article-Spinning
In einem meiner letzten Artikel habe ich erläutert, wie sich qualitativ hochwertiger Content in verschiedenen Formaten bzw. Medien verwerten lässt, um die Sichtbarkeit der eigenen Marke/Webseite zu erhöhen. Im heutigen Artikel schaue ich mir eine Möglichkeit an, mit der man massenhaft Content produzieren kann: Das sogenannte Article-Spinning (oder Artikel spinnen).
Was ist Article Spinning?
Beim Article-Spinning wird ein Text durch die Verwendung von Synonymen bzw. unterschiedlicher Formulierungen und Formatierungen mit Hilfe einer Software „umgeschrieben“. Als Ergebnis erhält man eine Vielzahl von Texten, die sich (mehr oder weniger) voneinander unterscheiden. Je nach Textlänge kann man aus einem Text 10, 20, 50, oder sogar 100 Alternativen erstellen. Die Texte werden anschließend im Internet veröffentlicht. Jeder Text enthält Links zur eigenen Webseite.
Warum Article-Spinning?
Das Article-Spinning ist die logische Konsequenz auf Googles Umgang mit Duplicate Content und wird in erster Linie zur Suchmaschinenoptimierung genutzt. Die gespinnten Texte können auf Webseiten veröffentlicht werden. Zum Beispiel in Artikelverzeichnissen, PR-Portalen, Gastbeiträgen in fremden Blogs, eigenen Webprojekten oder als Notiz in Facebook. Da jeder Artikel einen oder mehrere Links besitzt, erhält man eine Vielzahl von Backlinks, die das Ranking in den Suchmaschinen beeinflussen sollen.
Wie funktioniert Article-Spinning
In einem bestehenden Artikel ergänzt man Wörter und Sätze durch Synonyme und unterschiedliche Formulierungen. Um der Software zu verstehen zu geben, dass es sich bei den Wörtern um Alternativen handelt, muss man eine bestimmte Syntax (auch Spyntax genannt) verwenden.
Die Synonyme werden von einer geschweiften oder eckigen Klammer (je nach Software) eingeschlossen und mit einem vertikalen Strich | voneinander getrennt. Der Satz
„Heidi trägt ein rotes Kleid.“
sieht mit der Spyntax versehen so aus:
„Heidi trägt ein [rotes|tolles|schönes|niedliches|rötliches|selbst genähtes] Kleid.“
Hieraus erhält man sechs Sätze:
Heidi trägt ein rotes Kleid.
Heidi trägt ein tolles Kleid.
Heidi trägt ein schönes Kleid
Heidi trägt ein niedliches Kleid..
Heidi trägt ein rötliches Kleid.
Heidi trägt ein selbst genähtes Kleid.
Die Algorithmen von Google sind so ausgelegt, dass sie ähnliche Sätze bzw. Texte erkennen. Beim Spinnen muss man deshalb darauf achten, dass die Texte sich ausreichend unterscheiden. In diesem Beispiel wurde ein Wort in einem Satz, der sechs Wörter beinhaltet, ersetzt. Das entspricht ca. 16% des Satzes. Das alleine wäre zu wenig. Ergänzt man weitere Worte durch ähnliche Worte, erhöht man die Einzigartigkeit. Aus dem Satz:
Heidi [trägt|hat|besitzt] ein [rotes|tolles|schönes|niedliches|rötliches|selbst genähtes] [Kleid|Kleidchen|Röckchen].
werden die Sätze
Heidi trägt ein schönes Röckchen.
Heidi hat ein selbst genähtes Kleidchen.
Heidi besitzt ein niedliches Kleid.
usw.
Möglich ist auch eine Verschachtelung, ähnlich wie bei einer mathematischen Formel mit zwei Klammern.
Aus dem Satz:
Heidi [trägt|hat|besitzt] [ein [rotes|tolles|schönes|niedliches|rötliches|selbst genähtes] Kleid|einen [roten|tollen|schönen|niedlichen|rötlichen|selbst genähten] Rock].
Erhält man z.B.
Heidi trägt ein rotes Kleid.
Heidi besitzt einen tollen Rock.
Man erhält also zwei sinngemäß ähnliche Sätze, die sich aber deutlich voneinander unterscheiden. Lediglich das Wort Heidi kommt in beiden Sätzen in der identischen Schreibweise vor. Bei einem solchen Grad an Einzigartigkeit sehen die Suchmaschinen keinen Duplicate Content.
Worauf sollte man beim Article-Spinning achten?
Sehr wichtig ist die Einzigartigkeit der Texte, damit diese von den Suchmaschinen nicht als Duplicate Content eingestuft werden. Als sinnvoller Richtwert wird eine Einzigartigkeit von über 75% angesehen.
Im obigen Beispiel mit nur einem Satz sind die Ergebnisse überschaubar, beide Sätze sind gut und machen Sinn. Wenn man jedoch einen Text mit mehreren hundert Wörtern spinnt, ist das viel Arbeit und und es kann zu teilweise seltsamen Formulierungen kommen. Die Qualität des Textes leidet meist darunter. Das ist so lange in Ordnung, solange man die Texte auf Seiten veröffentlicht, die hauptsächlich von Suchmaschinen gelesen werden. Ist zu erwarten, dass der Text eine hohe Sichtbarkeit im Netz erreicht, sollte man von gespinnten Texten absehen oder den Text zumindest auf gute Lesbarkeit überprüfen. Und gegebenenfalls überarbeiten.
Article-Spinning ist eine Menge Arbeit und lohnt sich nur, wenn man wirklich vorhat, einen Text zigfach ins Netz zu stellen. Wenn man qualitativ hochwertige Texte für Gastbeiträge oder einige wenige hochwertige Artikelverzeichnisse erstellen möchte, sollte man die Texte individuell schreiben.
Wo findet man Article-Spinner
Es gibt mehrere Webseiten, die kostenlose Spinner-Tools anbieten wie z.B. http://www.spinprofit.com. Diese sind meist sehr einfach gehalten und bieten nur die Funktion an, Sätze, nach oben beschriebenem Muster, zusammenzubauen. Natürlich gibt es mittlerweile auch Software die man kaufen kann. Diese bieten die Automatisierung bestimmter Funktionen wie z.B. die Ergänzung eines Wortes durch vorher definierte Alternativen an.
Was hält Google von Article-Spinning?
Kurz gesagt: Nichts. Im Gegenteil: Article-Spinning ist Google und den anderen Suchmaschinen ein Dorn im Auge, weil hierdurch Texte produziert werden, die qualitativ mehr oder weniger schlecht sind, sich inhaltlich wenig unterscheiden und nur dem Zweck dienen, das Ranking einer Webseite durch künstliche Backlinks zu verbessern. Die Suchmaschinen verbessern permanent ihre Algorithmen, weshalb es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis Google gespinnte Texte erkennt und die Wertigkeit der darin enthaltenen Links herabstuft.
Kommentare: 4
-
#1
Danke für den Artikel.
Ich spiele seit einiger Zeit mit dem Gedanken einen Artikel Spinner zu kaufen, aktuell scheint mir hier bei der deutschen Sprache der Artikel Wizard nicht schlecht zu sein.
Grundsätzlich besteht natürlich immer die Gefahr dass Google gespinnte Texte irgendwann erkennt, aber ich denke auch das dies unglaublich schwer ist. Das Internet und/auch Presseportale / Artielverzeichnisse wachsen dermaßen schnell, dass sich gerade bei bestimmten Themengebieten viele Artikel echt ähneln.
Ich denke nicht dass es in absehbarer Zeit hier die Möglichkeit gibt, 100% "gespinnte" Artikel zu finden und dementsprechend die Links abzuwerten....ok etwas Hoffung spielt hier auch mit.
Gruß
Andy -
#2
Also wir haben beim Aufbau unserer BLs sehr schlechte Erfahrungen mit gespinnten Texten. Zunächst weigern sich viele AVZs diese Texte überhaupt aufzunehmen und dann erscheinen die Links, die aus den Texten kommen, die doch aufgenommen wurden, einfach nicht in den Linkreports. Dabei ist es egal ob man den Yohoo-Siteexplorer nimmt oder ein anderes Tool. Klassische Manuelle Texte haben dieses Problem nicht.
-
#3
Ich finde das Article Spinning sich sehr gut eignet, vor allem für Social Bookmarks und Webkatalogeinträge. Aber mit ein bisschen Arbeit lassen sich auch längere Texte gut spinnen, und ab einer Einzigartigkeit von >85% sowie vielen unterschiedlichen Titeln sollte es auch kein Problem sein, diese in AVZs einstellen zu lassen. Ich erreiche so immer Freischaltungsraten von 70 bis 80%.
-
#4
Ohne Article Spinning ist es doch fast unmöglich beispielsweise 100 Produkte von dem gleichen Produkt, aber in verschiedenen Farben unique zu beschreiben. Da sitzt man einfach zu lange dran.





