Do
17
Feb
2011
Geld verdienen mit Domains – Teil 1: Direct Navigation
Vor einiger Zeit hatte ich beruflich einige Tage mit Unternehmern zu tun, deren Hauptberuf das Handeln und Monetarisieren von Domains ist. Diese - ich nenne sie mal "Domainer" - haben aus ihrem Nähkästchen geplaudert und ich habe viel über das Business erfahren. Was ich in den Gesprächen erfahren habe, und wie man mit Domains Geld verdienen kann, möchte ich in einer kleinen Artikelserie beschreiben. Im heutigen ersten Teil geht es um Direct Navigation.
Was ist Direct Navigation?
Bei der Direct Navigation geben die User den Suchbegriff nicht in einer Suchmaschine, sondern direkt als Domain in der Adresszeile ein. Mal angenommen jemand möchte sich über „Herrenanzüge“ informieren. In den meisten Fällen gibt der User den Suchbegriff „Herrenanzüge“ bei Google ein. Es kommt aber doch immer wieder vor, dass ein User genau diesen Suchbegriff als Domain in die Adresszeile des Browsers eingibt, in der Annahme, auf dieser Domain etwas zum Thema zu finden. Die Inhaber dieser Domains erhalten dadurch Direct Traffic, den sie monetarisieren können. Generische Domains (bestehen aus einem Wort, das eine Produkt-Gattung bezeichnet, z.B. fahrrad.de) erhalten natürlich deutlich mehr Traffic als Domains, die aus Wortgruppen bestehen (z.B. hotel-hamburg.de).
Monetarisierung von Domains
Um solche Domains zu monetarisieren gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten.
1. Domain-Parking
Beim Domainparking wird die Domain bei einem Domain-Vermarkter wie z.B. sedo oder Oversee „geparkt“. Der Domain-Vermarkter platziert auf der Seite passende Werbung in Form von Textanzeigen. Das ganze läuft vollautomatisch. Der Domaininhaber muss lediglich passende Keywörter oder Kategorien angeben, zu denen Werbung geschaltet werden soll. Klickt ein User auf eine dieser Anzeigen, bekommt der Domaininhaber Geld dafür. Ein Beispiel für eine geparkte Domain zu einem generischen Keyword ist www.giesskannen.de
2. Affiliate-Seiten
Da die Einnahmen pro Klick beim Domain-Parking meist im ein- bis zweistelligen Centbereich liegen, versuchen viele Domaininhaber noch mehr aus den Seiten herauszuholen, indem sie Affiliate-Programme auf der Seite einbinden. Dazu werden die Seiten so layoutet, dass sie wie eine richtige Webseite aussehen. Mit wenig Aufwand werden wenige redaktionelle Inhalte erstellt und umso mehr Affiliate-Anzeigen angezeigt. Die Einnahmen generieren sich über Provisionen, die der Domaininhaber von den Affiliate-Anbietern erhält. Ein Beispiel für eine solche Seite ist www.herrenanzuege.de
3. Eine komplette Webseite erstellen
Natürlich kann zu einer solchen Domain auch eine komplette Webseite erstellt und ein ganzes Business darauf aufgebaut werden. Auf der Domain www.versicherungen.de finden sich Vergleichsrechner zu vielen verschiedenen Versicherungen. Zwar ist die Seite auch vollgepackt mit Anzeigen und Affiliates, aber es gibt ein paar Seiten mit redaktionellem Inhalt. Eine solche Seite zu erstellen bedeutet wesentlich mehr Aufwand als beim Domain-Parking oder einer reinen Affiliate-Seite und ist auch ein anderes Paar Schuhe.
Viele Domaininhaber setzen natürlich auch darauf, dass sie die Domain irgendwann einmal mit einer hohen Gewinnspanne verkaufen oder vermieten können. Wie das abläuft, werde ich in einem der nächsten Teile dieser Artikelserie beschreiben.
Wie hoch sind die Einnahmen?
Die Einnahmen sind davon abhängig, um welchen Suchbegriff es sich handelt und aus welcher Branche dieser stammt. So wird beim Domain-Parking eine Anzeige zu Lebensversicherungen höhere Einnahmen pro Klick generieren als eine Anzeige für z.B. Badekappen.
Bei einer Affiliate-Seite sind die Einnahmen auch davon abhängig, welche Produkte beworben werden. Bei manchen Affiliate-Programmen erhält der Domaininhaber eine Verkaufsprovision, bei anderen Affiliate-Programmen einen festen Betrag.
Der Traffic, der durch Direct Navigation entsteht, ist zwar höher als man erwarten würde, aber er ist im Vergleich zum Traffic, den man durch eine Top-3 Position bei Google erhält, doch sehr gering. Viele geparkte Domains werfen nur wenige Cent bis hin zu wenigen Euro im Monat ab. Die Seite www.giesskannen.de hat laut cubestat.com 42 Pageviews pro Monat und die möglichen Einnahmen mit Anzeigen wird von diesem Dienst auf 0,13$ pro Tag geschätzt. Das wären im Monat 3,90$. Davon kann man nicht reich werden. Zumindest nicht, wenn man nur eine einzige Domain hat.
Deshalb ist die Strategie der meisten Domainer, nicht nur eine Domain zu besitzen sondern hunderte oder sogar tausende. Mal angenommen man besitzt 2.000 Domains, die alle 1,50€ Gewinn machen, dann verdient man pro Monat 3.000€ ohne etwas getan zu haben. Die Domains generieren die Einnahmen vollautomatisch. Ein Domainer, mit dem ich gesprochen habe, hatte sogar mehrere 10.000 Domains (allerdings nicht nur generische).
Nun muss man aber auch erstmal 2.000 Domains haben. Viele der Domainer mit denen ich gesprochen habe, haben sich nach der Dot-Com-Blase Anfang des Jahrtausends massenhaft frei gewordene Domains gesichert. Dieser Zug ist leider abgefahren. Als Neueinsteiger wird man es heute schwer haben, Domains zu einem generischen Keyword zu bekommen. Man bekommt sie eigentlich nur, wenn man viel Geld dafür hinlegt.
Neben den generischen Domains, die von der Direct Navigation profitieren, gibt es noch eine weitere Art von Domains. Die sogenannten Typo-Domains. Worum es sich dabei handelt, werde ich im zweiten Teil dieser Artikelserie beschreiben.
Bildnachweis: Markus Wegner / pixelio.de





