Do
05
Mai
2011
Geld verdienen mit eBooks im Kindle-Shop - Teil 1
Mit diesem Artikel möchte ich eine Serie von Blog-Posts beginnen, in der ich mich mit dem Thema eBooks und Kindle-Shop auseinandersetzen werde. Ich werde meine theoretischen Gedanken darstellen als auch praktische handwerkliche Tipps geben. Wieviele Artikel es werden, weiß ich noch nicht. Wir werden sehen.
Seit 21. April ist der Kindle-Shop auch in Deutschland auf amazon.de online. Welches Angebot der Kindle-Shop für deutsche Leser als Konsumenten bietet, habe ich bereits in einem meiner letzten Artikel erläutert. Der Kindle-Shop bietet aber noch mehr, insbesondere für Micropreneure als Produzenten. Denn im Kindle-Shop kann jeder ein eBook veröffentlichen und damit Geld verdienen. Dass man mit eigenen eBooks im Kindle-Shop ein Vermögen machen kann, zeigt die Geschichte der 26-jährigen Amanda Hocking, die mit selbst geschriebenen Vampirromanen in kürzester Zeit Millionärin wurde.
Nun, wer möchte nicht auch gerne Millionär sein!? Doch wie kommt man da hin? Was muss man tun? Sicherlich ist der Fall Amanda Hocking ein Sonderfall, den man sich genau anschauen muss. Was sind/waren die Erfolgsfaktoren? Meiner Meinung nach haben 4 Faktoren diesen irren Erfolg möglich gemacht:
1. Ein massenkompatibles Produkt
Amanda hat sich mit ihren Vampirromanen in ein (zur Zeit) sehr beliebtes und dankbares Genre begeben. Sie reitet sozusagen auf der „Twilight-Welle“. Diejenigen Leser, die alle Bücher der Twilight-Saga gelesen haben, dürstet (!) es anscheinend nach mehr. Und zack! Da kommt eine Amanda Hocking mit einem ähnlichen Produkt daher und stillt diese Bedürfnisse.
2. Ein großer Markt
Da Amanda in Englisch schreibt hat, sie per se schon mal gute Voraussetzungen. Denn der Markt für englische Bücher ist mit über 400 Millionen Amerikanern, Kanadiern und Briten einfach schon deutlich größer als der deutschsprachige. Dazu kommen noch die ganzen nicht-englischsprachigen Länder, in denen auch englische Literatur nachgefragt wird.
3. Der App-Store-Effekt
Mit dem App-Store Effekt meine ich einerseits die Möglichkeit der Produzenten digitale Produkte sehr günstig anbieten zu können, da die Transaktionskosten gegen null tendieren. Denn es wird ja nichts gedruckt und physisch versendet. Viele iPhone Apps kosten daher nur wenige Cent, werden aber gerade deshalb millionenfach heruntergeladen.
Auf der Seite der Konsumenten entsteht die Möglichkeit ein Produkt sofort zu bekommen. Der potenzielle Leser, der an einem Sonntag-Abend Langeweile hat, weil der Tatort nichts hergibt, hat die Möglichkeit sich im Kindle-Shop ein Buch herunterzuladen und sofort mit dem Lesen zu beginnen. Kein Warten auf das Paket von amazon oder lästiges Fahren zum nächsten Buchladen („Dieses Buch haben wir zur Zeit nicht, ich kann es aber gerne für Sie bestellen“ - Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört!? Aaargghh). Diese „Instant Gratification“ lässt das Geld lockerer sitzen.
Die Bücher von Amanda Hocking kosten übrigens zwischen 0,49 EUR und 2,37 EUR.
4. Ein gutes Produkt
Die oben genannten Faktoren haben keine Bedeutung, wenn das Produkt nicht gut ist. Die elf Bücher von Amanda haben allesamt mindestens vier von fünf Sternen. Und das bei teilweise über 400 Bewertungen. Definitiv gute Produkte (für die Zielgruppe). Sicherlich, mit einem schlechten Produkt, das man für 99cent anbietet, wird man auch den ein oder anderen Download verzeichnen können. Aber sobald die ersten schlechten Bewertungen reingekommen sind, siehts schlecht aus.
Was bedeutet das für den deutschen Markt und für den fleißigen Micropreneur?
Zu 1.:
Nicht jeder kann kann gute Romane, geschweige denn Vampirromane schreiben. Aber ich bin mir sicher, dass jeder in irgendeinem Bereich ein Wissen hat, das er auf diesem Weg weitergeben kann. Eine solche Nische ist dann zwar nicht massenkompatibel und die Verkaufszahlen werden deutlich geringer sein. Aber je nachdem wie speziell das Fachwissen ist, können ja auch höhere Preise angesetzt werden.
Zu 2.:
Insbesondere der größere Markt für englischsprachige Bücher ist eine Tatsache, an der man nichts ändern kann. Da der deutsche Kindle-Shop erst Ende April 2011 online gegangen ist und auch der Kindle selbst erst seitdem in Deutschland gekauft werden kann, ist davon auszugehen, dass der Markt in Deutschland noch sehr klein ist. Genaue Zahlen habe ich noch nicht recherchiert, werde ich aber nachholen. Vielleicht hat ja jemand auch Daten oder einen Link, die er gerne in einem Kommentar hinterlassen kann.
Zu 3.:
Der App-Effekt gilt für alle Märkte gleichermaßen. Auch die digital noch etwas zurückhaltenderen Deutschen werden die Vorteile von eBooks in Zukunft zu schätzen wissen.
Zu 4.:
Klar, ein gutes Produkt ist Grundvoraussetzung. Das ist die große Herausforderung. Wer aber ein Thema gefunden hat, das ihm Spaß macht, wird feststellen, dass die Ideen und guten Produkte nicht allzuweit entfernt sind.
Fazit
Die Erfolgsgeschichte von Amanda Hocking wurde durch mehrere Faktoren begünstigt, die nicht 1:1 übertragbar sind.
Nicht jeder wird durch den Kindle-Shop zum Millionär. Aber er bietet eine große Chance. Und ein Nebeneinkommen durch die Ausübung eines Hobbys und das Schreiben darüber zu erzielen, ist auch eine feine Sache.
Im nächsten Teil werde ich mich mit der Preisstruktur und den Gebühren im Kindle-Shop befassen.
Weiter zu Teil 2: Gebühren und Preise im Kindle-Shop
Weiter zu Teil 3: eBook in Kindle-Format umwandeln
Weiter zu Teil 4: Kindle Einzug verkleinern
Weiter zu Teil 5: Erstellen einer Inhaltsverzeichnis-Datei
Weiter zu Teil 6: Das eBook im Kindle-Shop veröffentlichen






