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11

Mai

2011

Geld verdienen mit ebooks im Kindle-Shop - Teil 3: Ein Dokument in das Kindle-Format umwandeln

Bevor man ein eBook in amazons Kindle-Shop veröffentlichen kann, muss man es in das richtige Dateiformat umwandeln und in den Shop hochladen. Das ist im Grunde genommen recht einfach, erfordert aber ein paar Grundkenntnisse in Formatierung und HTML. Den Weg dahin, beschreibe ich in diesem Artikel.

Dateiformat und Formatierungen

Der Kindle verwendet ein eigenes Dateiformat. Amazon empfiehlt die Erstellung des eBooks/Dokuments in Word, da sich aus diesem Format die Umwandlung in das Kindle-Format am leichtesten bewerkstelligen lässt. Dabei sollte man das .DOC Format und nicht .DOCX oder .RTF verwenden.

Text

Einzüge, Fett-, Kursivformatierung und Überschriften werden im Kindle-Buch unterstützt. Am besten verzichtet man auf eine umfangreiche Formatierung von Überschriften mit Rahmen und Schattierungen, sondern verwendet ganz einfache Formatierungen. Bei der Formatierung von Überschriften sollte man darauf achten, dass man die Überschriften auch als solche mit der entsprechenden Wordfunktion formatiert. Also nicht einfach den Standardtext nehmen und manuell die Schriftgröße etc. ändern! Das erkennt der Kindle nicht an.

 

Beachten sollte man auch, dass man Seitenumbrüche nicht durch das Einfügen von Leerzeilen herstellt, sondern die Seitenumbruch-Funktion von Word (Einfügen --> Seitenumbruch ) nutzt. Da der Leser bei eBook-Readern die Schriftart und Schriftgröße selbst bestimmen kann, gibt es bei eBooks keine starre Seitennummerierung. Je nach Schriftart- und –größe ändert sich also die Seite auf der ein Text steht. Leerzeilen würden dann mitten im Text auftauchen. Das bedeutet auch, dass man im eBook auf Seitenzahlen verzichten muss. Im Text darf also nicht auf eine bestimmte Seitenzahl verwiesen werden.

Aufzählungszeichen

Ein weiteres Handicap sind Aufzählungszeichen. Aufzählungszeichen werden zwar dargestellt, aber der automatische Einzug wird nicht berücksichtigt, was zu teilweise furchtbaren Formatierungen führen kann. Das Gebot der Stunde heißt also: Wenn möglich auf Aufzählungszeichen verzichten! Spätestens hier zeigt sich, dass der Kindle (und eigentlich alle anderen eBook Reader auch) von der Entwicklung her noch in den Kinderschuhen steckt. Gut, bei einem Roman benötigt man eher selten Aufzählungen; bei der Erstellung eines Sachbuchs ist diese Art von Formatierung aber durchaus gewünscht. Der Technik-Laie fragt sich dann schon, was denn bitte an der korrekten Darstellung von Aufzählungen so schwierig sein soll!?

Die Aufzählung in Word
Die Aufzählung dargestellt im Kindle

Bilder

Das war leider noch nicht alles: Auch mit der Darstellung von Bildern hat der Kindle seine liebe Not. Insbesondere im Textfluss eingefügte Bilder landen häufig nicht an der gewünschten Stelle. Amazon empfiehlt deshalb auch, Bilder nicht in den Text einzufügen, sondern alleinstehend zentriert in das Dokument einzufügen. Der Kindle unterstützt GIF, BMP, JPEG, PNG. Vektorgrafiken werden nicht unterstützt. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollten die Bilder eine Auflösung von 300dpi haben. Das geht natürlich nicht bei Screenshots. Möchte man eine Tabelle mit Schrift als Bild einfügen, sollte man das GIF-Format verwenden. Bei diesem Format ist die Schrift besser zu erkennen als bei einem JPG.

 

Der Kindle selbst kann nur Graustufen darstellen, die Darstellung von Bildern sieht entsprechend mau aus. Man sollte aber trotzdem bunte Bilder verwenden, da die Kindle Bücher mit der Kindle-App ja auch am PC, auf dem iPad oder dem iPhone gelesen werden können.

ebook Probleme mit der Darstellung von Bildern im Textfluss
www.ebook-ratgeber24.com

Cover

Apropos Bilder: Das Cover des Buches sollte nicht im Dokument selbst eingefügt sein. Hierfür erstellt man eine Startseite, auf der der Titel und der Autor nochmal aufgeführt werden. Buch-Cover werden in eBooks für eBook-Reader getrennt vom Text behandelt. Das Cover kann man bei der Umwandlung (siehe unten) als eigenes .jpg mit einbinden. Ein solches internes Cover ist Pflicht. Ohne ein internes Cover wird amazon die Veröffentlichung sehr wahrscheinlich verweigern. Dieses Cover wird allerdings nicht als Produktbild im Kindle-Shop verwendet. Ein Produktbild kann man beim Hochladen in den Kindle-Shop anlegen (dazu mehr im nächsten Artikel dieser Serie). Wie und wo man das Cover einbindet, erkläre ich in einem der nächsten Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Auch das Inhaltsverzeichnis darf keine Seitenzahlen enthalten. Das Inhaltsverzeichnis muss aktiv sein, d.h. es muss auf die jeweiligen Kapitel verlinken. Ein solches Inhaltsverzeichnis kann man ganz einfach mit Word erstellen. In Word 2007 kann man es über Verweise --> Inhaltsverzeichnisse --> Inhaltsverzeichnis einfügen. Dieses Inhaltsverzeichnis sollte man an den Anfang des Buches setzen, ganz so, wie man es von Papier-Büchern kennt.

In das Kindle-Format umwandeln

Hat man sein Dokument nach bestem Wissen und Gewissen formatiert, folgt im nächsten Schritt die Umwandlung. Dazu speichert man zunächst das Word-Dokument als „Webseite, gefiltert“. Die hieraus entstandene .htm Datei kann nun in das Kindle-Dateiformat umgewandelt werden. Dazu benötigt man eine Software die dies kann. Amazon bietet mit dem KindleGen zwar eine eigene Software an, die Bedienung dieser Software ist mir aber zu kompliziert. Ich empfehle die Umwandlung der Dateien mit dem MobiPocket eBook Creator (wird auch von amazon empfohlen).

Umwandeln mit dem MobiPocket eBook Creator (MPC)

Nachdem man den eBook Creator installiert und gestartet hat, sieht man den Home-Bildschirm. Hier stehen mehrere Funktionen zur Verfügung. In diesem Moment interessiert die Funktion „Import from Existing File“. Nach einem Klick auf „HTML document“ wählt man im nächsten Dialogfenster die vorhin erstellte .htm Datei als Quelldatei aus und gibt darunter den Speicherort für die Zieldatei an. Nach einem Klick auf „Import“ wird die .htm-Datei importiert.

ebook umwandeln

Man gelangt nun zu einer Übersicht. In der linken Spalte kann man mit einem Klick auf „Add Cover Image“ das Cover-Bild hochladen. Nach einem Klick auf Update wird das Cover gespeichert. Nun kann man in der oberen Menüleiste auf „Build“ klicken und der MPC erstellt eine .prc Datei. Fertig ist das eBook (zumindest in der Rohfassung).

ebook erstellen

Das eBook testen

Nun ist es an der Zeit, zu testen, wie das eBook auf dem Kindle aussieht. Im Idealfall nennt man einen Kindle sein Eigen und kann es direkt auf dem Gerät prüfen. Wenn man kein Kindle besitzt, ist das auch kein Problem. Es gibt eine Software, die die Darstellung des Kindle auf dem eigenen Computer simuliert. Der Kindle Previewer kann hier runtergeladen werden.

Man öffnet nun mit dem Kindle Previewer die .prc Datei. Im Kindle Previewer kann man sich nicht nur die Darstellung auf dem Kindle, sondern auch die der Kindle-Apps für iPhone und iPad anzeigen lassen.

Kindle Previewer eBook Screenshot Kindle Previewer

Beim Testen wird man mit Sicherheit noch einige (Formatierungs-)Fehler entdecken. Diese kann man nach und nach ausmerzen. Dazu nimmt man die notwendigen Änderungen in der Original Word-Datei vor und wiederholt die oben beschriebenen Schritte. So kann man die jeweiligen Änderungen und wie der Kindle auf sie reagiert, nachvollziehen.

Für die Veröffentlichung im Kindle-Shop sind eine Inhaltsverzeichnis-Datei und eine sogenannte NCX Datei erforderlich. Was es damit auf sich hat und wie man diese erstellt, beschreibe ich im nächsten Artikel dieser Serie.

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Kommentare: 6

  • #1

    Richard Buttler (Mittwoch, 29 Juni 2011 18:38)

    Ihr Ratgeber hat mir sehr geholfen. Zumindest in dem Punkt, wie man Formatiert. Das mit dem Inhaltsverzeichnis übersteigt aber meine Fähigkeiten, ich bin kein Programmiere und etwas verunsichert wenn ich ehrlich bin.

    Allerdings, ich schreibe einen Fantasy Roman und kein Sachbuch, in sofern kann ich auf ein solches verzichten, oder schränkt das zu sehr die Navigation mit dem Kindle ein? Und wie sieht es mit dieser NCX-Datei aus. Ist die ohne Inhaltsangabe hinfällig oder ein muss?

  • JimdoPro
    #2

    Robin Ewers - Der Micropreneur (Mittwoch, 29 Juni 2011 19:24)

    Hallo Richard,

    danke für das Kompliment. Ein Inhaltsverzeichnis zu erstellen ist tatsächlich ein bisschen tricky. Aber das schafft man auch ohne Programmierkenntnisse. Hast du den Tei 5 gelesen http://www.der-micropreneur.de/2011/05/19/geld-verdienen-mit-ebooks-im-kindle-shop-teil-5-erstellen-einer-inhaltsverzeichnis-datei-toc/ ? Hab grad festgestellt, dass ich hier noch nicht die Links dazu eingefügt habe.

  • #3

    Richard Buttler (Mittwoch, 29 Juni 2011 20:26)

    Ja habe ich, nur verstehe ich gleich null. Wie gesagt, ich bin kein Fachmann, ich bin User. Mir das zu erkären kommt dem Versuch gleich ein Affen das Fliegen beizubringen.

    Nach wie vor ich für mich wichtig: Brauche ich das alles, wenn ich einen Fanatsy Roman im Kindlestore veröffentlichen will? Wenn ja bin ich aufgeschmissen.

  • JimdoPro
    #4

    Robin Ewers - Der Micropreneur (Mittwoch, 29 Juni 2011 21:42)

    Laut der Amazon Kindle Publishing Guidelines ist zumindest das logische Inhaltsverzeichnis - also die NCX-Datei - ein Muss. "Inhaltsverzeichnisrichtlinie Nr. 1: Das logische Inhaltsverzeichnis (NCX) ist obligatorisch" S. 11 in http://kindlegen.s3.amazonaws.com/AmazonKindlePublishingGuidelines_DE.pdf

  • #5

    Richard Buttler (Donnerstag, 30 Juni 2011 13:17)

    Mh... toll. Jetzt muss ich schauen wie ich das lösen soll, das nervt mich jetzt schon ein wenig an. Warum macht man das so umständlich und nötigt User wie mich, die wirklich null ahnung haben, sich mit sowas befassen zu müssen.

    Aber danke für diese Info. Vielleicht finde ich jemanden, der mir diese Arbeit abnehmen kann.

  • #6

    Richard Buttler (Freitag, 01 Juli 2011 01:24)

    Ich habe mir ihre PDF nochmal angeschaut und gleich auf Seite 3 wird auf das KDP verwiesen, so wie ich es von Anfang an kennengelernt habe. Und im PDF wird selber darauf hingewiesen:

    "...Laden Sie einfach Ihren Inhalt hoch, geben Sie das Verkaufsexemplar und die Preisinformationen ein und veröffentlichen Sie so Ihr Buch in wenigen Minuten..."

    Für mich als Laie klingt das so, als könnte man es schnell und "unprofessionell" machen oder halt auf ihre beschriebene Art. Oder täuscht das?

    Ich gebe es zu, mir wäre der bequem Weg der liebere. Über mobi das Konvertieren, über KDP Hochladen, Cover dazu, Preis angeben und ab dafür.

    Trotz allem waren Ihre infos sehr nützlich!

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