Mo

18

Jul

2011

Kommt bald der Google Desktop?

Google Desktop SaaS

Vor einigen Tagen habe ich mich intensiv mit dem Thema Software as a Service und Cloud Computing auseinander gesetzt. Dabei habe ich darüber nachgedacht, welche Dienste ich eigentlich bisher nutze, was mir an den Diensten gefällt bzw. nicht gefällt und was man als Micropreneur und Kleinunternehmer sich eigentlich so wünscht.

Über einige Dienste habe ich ja bereits im Blog bzw. auf dieser Seite berichtet. Zum Beispiel hier Online-Speicher, hier Online Fax und hier Online-Mindmapping. Wenn ich mir diese Dienste genauer anschaue, fallen mir Dinge auf, die ich daran gut finde und andere Dinge, die mir nicht gefallen.

 

Nehmen wir z.B. Dropbox. Ein Dienst, bei dem Dateien , die man in einem Ordner auf dem lokalen Rechner hat, mit einem Online-Speicher synchronisiert werden. Dieser Online-Speicher synchronisiert sich mit allen Rechnern, auf denen ich Dropbox mit meinem Account installiert hat. Eine feine Sache, wenn ich z.B. auf mehreren Rechnern (Zuhause, Büro, bei Freundin) arbeite. Was diesem Dienst aber noch fehlt, ist die Möglichkeit, die Dateien auch Online zu erstellen und zu bearbeiten, z.B. wenn ich im Urlaub in Thailand in einem Internet-Cafe sitze. Das Online-Interface von Dropbox ist aber derart benutzerunfreundlich und nicht intuitiv, dass das nicht in Frage kommt. Abgesehen davon, besitzt Dropbox kein eigenes Textverarbeitungsprogramm. Das ist auch nicht deren Kerngeschäft, deswegen wird das sicherlich auch nicht kommen.

 

Ich bräuchte Dropbox nicht, wenn es einen Anbieter geben würde, bei dem ich meine Dokumente komplett online erstellen kann. Wenn ich am Rechner arbeite, bin ich eh immer online. Ich müsste also meine Dateien gar nicht lokal speichern.

 

Sicherlich denken jetzt einige: „Dafür gibt es doch Google Docs!“. Im Prinzip richtig. Der Funktionsumfang von Google docs ist für mich vollkommen ausreichend. Mal ganz ehrlich: Bleiben nicht 90% der Möglichkeiten, die ein Programm wie Microsoft Word bietet, ungenutzt? Reicht nicht ein einfacher Texteditor aus? Ich denke, bei den meisten schon. Da ich auch Gmail und den Google Kalender nutze, könnte ich eigentlich komplett auf MS Office verzichten. Das Problem, das ich mit Google Docs aber habe, ist auch hier die mangelnde Benutzerfreundlichkeit. Diejenigen, die Google docs mal genutzt haben, wissen sicherlich wovon ich spreche: Dokumente werden in Listen angezeigt und beim Versuch ein Dokument zu mailen, geht ein Dialog auf, der vom Design an die Anfänge des Internets erinnert. Das ist einfach nicht intuitiv und nicht sexy. Da erstelle ich dann doch lieber meine Dokumente mit MS Office lokal und lasse sie von Dropbox synchronisieren, damit ich ein Online-Backup habe.

 

Aber wenn ich es mir so recht überlege, ist Google nicht weit davon entfernt, mich mit seinen Diensten komplett in die Cloud zu ziehen. Eigentlich fehlt mir nur noch eine Benutzeroberfläche, die auf Bekanntem aufbaut, intuitiv zu bedienen ist und ein schönes Design hat (Stichwort „sexy“). Sprich: Eine Abwandlung des Windows-Desktop, dargestellt im Browser, auf dem ich wie bei meinem lokalen Rechner meine Dateien in Ordnern organisieren und bearbeiten kann und mit Verknüpfungen bzw. Widgets andere Diensten wie Twitter und Facebook integriert habe. In diesem Zusammenhang ist mir eingefallen, dass ich vor einigen Jahren eine Software installiert hatte, die den Windows-Desktop mit Funktionen anreichert und ein sexy Design verpasst. Das Programm hieß BumpTop. Der eine oder andere kennt es vielleicht. Ich hatte das Programm aber relativ bald wieder deinstalliert, weil es nicht 100%ig stabil war und ich das Gefühl hatte, dass die Performance meines Recheners darunter leidet.

Dann wiederum ist mir eingefallen, dass ich vor ca. einem Jahr etwas über BumpTop im Zusammenhang mit Google gelesen habe. Ein kurzer Besuch auf der Webseite von BumpTop brachte Klarheit: Google hat BumpTop im Frühjahr 2010 akquiriert. Recherchiert man nach dem Suchbegriff „Bumptop Google“, erhält man viele Artikel, die über die Akquise berichten und mutmaßen, dass Google die Technik für sein eigenes Betriebssystem Chrome OS nutzen könnte.

 

Jetzt, über ein Jahr später, ist das erste Chromebook raus. Und was ist? Kein BumpTop sondern nur ein normaler Browser. Aber was ist denn nun mit BumpTop? Ich kann mir vorstellen (und würde mir wünschen), dass Google demnächst ein Google Desktop heraus bringt, auf das mit dem Browser zugegriffen werden kann. Auf der Oberfläche kann ich dann wie gewohnt meine Dateien organisieren, erstellen und bearbeiten. Wenn ich auf ein Dokument auf dem Google Desktop klicke, öffnet sich ein weiterer Browser-Tab, in dem ich das Dokument in Google-Docs bearbeiten kann. Klicke ich auf das Kalender-Icon, öffnet sich Google Kalender. Klicke ich auf das Kontakte-Icon, öffnet sich Google+ etc.

 

Also wenn Google das macht, könnt ihr sicher sein, dass ich umziehe. Und zwar in die Cloud.

 

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Kommentare: 1

  • #1

    sternmoney.jimdo.com (Sonntag, 31 Juli 2011 21:40)

    Ja da hat google wieder mal was, das können sie bestimmt noch Weiterentwickel und an alle Kunden weltweit verbreiten!

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